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Gunner Harold Thompson Brook

Gunner Harold Thompson Brook

Gnr. Harold Thompson BROOK – 2 NZEF, 33. Batterie, Schuetze 61316, Einheit: Artillerie Reinforcement
*3.August 1919 (Kaitangata, Neuseeland) – + 27.Januar 1945 (Stalag VIIIA Görlitz, Deutschland)

 

H. T. Brook, Cairo 1941

Harold Thompson Brook wurde in Kaitangata, einer kleinen Bergwerksstadt südlich von Dunedin in Neuseeland, am 29. August 1919 geboren. Er war das Älteste von fünf Kindern und seine Eltern, George und Laura Brook, stammten aus Yorkshire in England. Im frühen 20. Jahrhundert waren sie zusammen mit ihren Eltern nach Neuseeland ausgewandert. Harold wuchs in der kleinen Stadt Dunedin im Süden Neuseelands auf und begann eine Lehre als Klempner, nachdem er die Schule beendet hatte.
Am 18. Juni 1940 im Alter von 20 Jahren, schrieb er sich für den Militärdienst in der Ausbildungseinheit von Papakura in Neuseeland ein; Rang: Schütze – 1. Kompanie 5. Nachschubbataillon.
Am 7. April 1941 verließ er Wellington als Teil der 2. New Zealand Expeditionary Force, um die Commonwealth Truppen beim Kriegseinsatz in der Wüste zu unterstützen. Er ging an Bord des Truppenschiffs HMNZ Nr. 26 mit dem Ziel Ägypten über Sydney und Perth (Australien), Singapur und Colombo (Sri Lanka).
Am 15. Mai 1941 ging er in Kairo von Bord mit Marschbefehl zum Truppenlager Maardi. Als Teil des 7. Panzerabwehrregiments, 33. Batterie, nahm er in der Wüste seine Ausbildung zur Vorbereitung der beginnenden alliierten Offensive „Operation Crusader“ auf. Diese war eine 6 Wochen dauernde verworrene Schlacht, die mit einer Art Sieg für die britischen Commonwealth Truppen endete, obwohl die neuseeländischen Bataillone bei Sidi Rezegh (Libyen) durch das deutsche Afrikakorps unter Feldmarschall Erwin Rommel schwer geschlagen wurden. 47 Kameraden aus Harolds 7. Panzerabwehrregiment waren gefallen. Harold und die meisten anderen seines Bataillons kamen am 27. November 1941 in Kriegsgefangenschaft, als die versprochenen weiteren Truppen ausblieben. Da sie im italienisch besetzten Libyen gefangen genommen worden waren, wurden sie zu italienischen Kriegsgefangenen.


Am 13. Dezember 1941 teilte das Rote Kreuz Harolds Eltern mit, dass er in Nordafrika vermisst würde. Erst am 5. Februar 1942 erfuhr seine Familie, dass er in Kriegsgefangenschaft geraten war. Zusammen mit hunderten anderen Kriegsgefangenen wurde er Ende Dezember 1941 mit dem Schiff von Tripolis nach Neapel gebracht und von dort in das Campo PG 66 Capua ca. 25 km nördlich von Neapel verlegt. Dies war ein Übergangslager zur Entlausung und Separierung, aus dem er per Zug am 24. September 1942 in das Campo PG 52 Chiavari ins Landesinnere von Cinque Terre an der italienischen Riviera weiterverlegt wurde. Vom 12. Februar 1943 an war er in dem großen Campo 57 in Gruppignano bei Cividale. Sogar noch am 8. September 1943, dem italienischen Waffenstillstand. Ab dem 13. September 1943 wurden über 25000 alliierte Kriegsgefangen mit dem Zug von Italien nach Deutschland verlegt. Die meisten der 1500 neuseeländischen Gefangenen aus dem Campo 57, wurden nach einem zweiwöchigen Zwischenaufenthalt im Stammlager XVIII C – Markt Pongau, wo Harold auch seine Nummer „33280“ als deutscher Kriegsgefangener erhielt, in das Stammlager VIII A nach Görlitz verlegt.
Obwohl Harold schon Ende September 1943 in Görlitz ankam, erhielt seine Familie bis zum 10. Januar 1944 keine Nachricht über seinen Verbleib.

 

Harolds Familie hatte die Vermutung, dass er sich wohl in einem Arbeitslager befände und dachten, er müsse dort in den Salzbergwerken arbeiten. Tatsächlich wurde er zur Arbeit in den Kohlegruben von Altwasser (heute Wałbryzch) herangezogen. Am 19. Dezember 1944 schrieb er seiner Familie eine Postkarte nach Hause. Darin wünschte er ihnen ein Frohes Weihnachtsfest und teilte ihnen mit, dass es ihm gut ginge und sie jetzt in komfortablere Behausungen umgezogen seien. Fünf Wochen später verstarb er am 27. Januar im Alter von 26 Jahren an einer Lungenentzündung. Die Postkarte kam erst nach seinem Tod in Neuseeland an. Er wurde auf dem Friedhof in Altwasser beerdigt. Da das Grab bis vor Kurzem nicht bekannt war, ist sein Name lediglich auf der Säule 99 zusammen mit denen anderer neuseeländischer Soldaten, die keine bekannte Ruhestätte haben, im Alamein Denkmal der Alamein Kriegsgräberstätte in Ägypten, eingraviert.

Familie Brook

Seine Nichte Karen Brook kam mit ihrer Familie im Mai 2016 nach Görlit / Zgorzelec und besuchte das Stalag VIII A. Im Spetember 2019 gelang es ihr im damaligen Altwasser das Grab ihres Onkels ausfindig zu machen.