10 Aug. 26 AIdentity – The Past Through Modern Lenses erfolgreich abgeschlossen
Mit der öffentlichen Abschlussveranstaltung am 1. August 2026 ist unsere internationale Summer School AIdentity – The Past Through Modern Lenses erfolgreich zu Ende gegangen. Zwei intensive Wochen lang kamen junge Menschen aus Deutschland, Polen, Italien und der Ukraine in Görlitz und Zgorzelec zusammen, um sich gemeinsam mit der Geschichte des Nationalsozialismus, unterschiedlichen Perspektiven auf Erinnerung sowie den Chancen und Herausforderungen Künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen.
Im Mittelpunkt der ersten Projektwoche standen historisch-politische Bildungsangebote an authentischen Lernorten. Die Teilnehmenden besuchten die Gedenkstätte Stalag VIII A in Zgorzelec, die Gedenkstätte Groß-Rosen sowie die Gedenkstätte Großschweidnitz. An diesen Orten setzten sie sich mit verschiedenen Opfergruppen nationalsozialistischer Verfolgung auseinander – darunter Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter sowie die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen. Workshops, Diskussionen und die Arbeit mit historischen Quellen ermöglichten einen multiperspektivischen Zugang zur Geschichte und verdeutlichten, wie unterschiedlich Erinnerung entstehen und vermittelt werden kann.
In der zweiten inhaltlichen Phase rückte die Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt. Gemeinsam beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Möglichkeiten und Grenzen von KI in der historisch-politischen Bildung und Erinnerungskultur. Sie diskutierten Fragen nach Authentizität, Verantwortung und Transparenz: Wie verändert KI unseren Zugang zur Vergangenheit? Welche Chancen bietet sie für die Vermittlung komplexer historischer Themen? Wo liegen ihre Grenzen und welche ethischen Fragen entstehen durch ihren Einsatz?
Auf Grundlage dieser beiden Workshopblöcke entwickelten die internationalen Teams eigene kreative Projekte. Dabei entstanden unter anderem ein Podcast, eine interaktive Ausstellung, Videos und digitale Formate, die historische Inhalte mit zeitgemäßen Methoden verbinden. Ziel war es nicht nur, moderne Technologien kennenzulernen, sondern diese auch kritisch zu reflektieren und verantwortungsvoll einzusetzen.
Den Abschluss bildete am 1. August eine öffentliche Präsentation in der Rabryka in Görlitz, bei der die Teilnehmenden ihre Projektergebnisse einem interessierten Publikum vorstellten. Die entstandenen Arbeiten zeigten eindrucksvoll, wie Geschichte, persönliche Perspektiven und digitale Technologien miteinander verbunden werden können, ohne dabei die historische Verantwortung aus dem Blick zu verlieren.
AIdentity hat gezeigt, dass internationale Jugendbegegnungen weit mehr sind als Wissensvermittlung. Der Austausch zwischen jungen Menschen aus vier Ländern eröffnete neue Perspektiven auf Geschichte, Erinnerung und Gegenwart. Gleichzeitig entstanden grenzübergreifende Freundschaften, neue Ideen und ein gemeinsames Verständnis dafür, wie wichtig ein kritischer und reflektierter Umgang mit Vergangenheit – und mit den Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz – für unsere Zukunft ist.
Über die inhaltliche Auseinandersetzung mit Geschichte und Künstlicher Intelligenz hinaus zielte AIdentity darauf, die Teilnehmenden in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung zu stärken. Die Arbeit in internationalen Teams förderte Kommunikationsfähigkeit, interkulturelle Kompetenz und einen bewussten Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen. Gleichzeitig erwarben die jungen Menschen konkrete methodische und digitale Fähigkeiten – von historischer Recherche und Quellenkritik über den reflektierten Einsatz von KI-Werkzeugen bis hin zur Entwicklung und Umsetzung eigener medialer Formate. Ein wichtiger Bestandteil war dabei das Prinzip der Selbstorganisation: Die Gruppen mussten eigene Ideen entwickeln, Aufgaben verteilen, Entscheidungen treffen, Zeit und Ressourcen planen und gemeinsam Lösungen finden, wenn etwas nicht wie vorgesehen funktionierte. Damit vermittelte das Projekt neben fachlichem Wissen auch praktische Kompetenzen, die weit über die zwei Projektwochen hinausreichen. Die entstandenen Arbeiten zeigen, dass die Teilnehmenden nicht nur Wissen aufgenommen, sondern es eigenständig hinterfragt, weiterentwickelt und in eigene Ausdrucksformen übersetzt haben. Gerade darin liegt für uns ein zentraler Erfolg von AIdentity.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden, den Workshopleiter:innen sowie den Teamer:innen, Partnerorganisationen und Unterstützer, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank gilt unseren Förderern Erasmus+, der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Görlitz, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen sowie der Jugendförderung der Stadt Görlitz. Ebenso danken wir den Gedenkstätten Stalag VIII A, Groß-Rosen und Großschweidnitz für ihre wertvolle Zusammenarbeit, Rabryka Görlitz für die Gastfreundschaft während der Kreativphase, der Peregrinus Herberge Görlitz für die Unterbringung unserer internationalen Gruppe, Słodkie Słone für die hervorragende Verpflegung sowie dem Radwerk Görlitz für die langjährige verlässliche Unterstützung unserer internationalen Jugendprojekte.
Wir blicken auf zwei intensive, inspirierende und bewegende Wochen zurück und freuen uns darauf, die im Projekt entstandenen Ideen und Erfahrungen auch in zukünftige Bildungsangebote einfließen zu lassen.











